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Willkommen beim Stadtarchiv Augsburg 22.01.2018 - Druckversion

Schongauer (von Schongau), Kaufmanns- und Künstlerfamilie

1346-1491 in A. nachweisbar. Ein Porträt des Malers Martin Schongauer († 1491) zeigt das Wappen der patrizischen S. (I) mit dem Halbmond, obwohl seine Familie sicher nicht zu den Nachkommen zählte. Der offenbar zugewanderte Konrad S. („de Schongowe“, † 1377/80) ist seit 1346 in den Steuerbüchern fassbar. Sein Wohnsitz in einem gehobenen Weberviertel lässt auf Nähe zu diesem Handwerk schließen. Ab 1359 erscheint der Sohn Johann (I, † 1406/07) als Mitbewohner in seinem Haus. Er ist wohl als Kaufmann anzusprechen und versteuerte 1399 ein AV von 1406 fl (68. Stelle). Über seine zweite Ehefrau Afra († 1425/26), eine „mume“ des Patriziers Sebastian Ilsung, sind sogar Verbindungen zur Oberschicht erkennbar. Der Sohn Kaspar (I, * um 1376, † 1455/56) erscheint nach Heirat ab 1403 in den Quellen; er versteuerte ein beachtliches AV (1422: 1860 fl, 88. Stelle) und ist als Zwölfer der Kaufleutezunft belegt. Kaspars Tochter Anna heiratete 1426 den A.er und später Kaufbeurer Bürger Hans Abel. Sein Sohn, der Goldschmied Kaspar (II, † nach 1481), erwarb 1445 Bürgerrecht in Colmar. Nach den Steuerdaten könnte er um 1428 A. verlassen haben. 1456 veräußerten er und sein Schwager in A. Grundbesitz aus dem väterlichen Erbe. Der Sohn Ludwig (* Colmar, † 1494 ebd.), zunächst Ulmer Bürger (1479), übersiedelte 1486 nach A. Geschäftsbeziehungen zu dem Kartenmaler Hans Hegner lassen vermuten, dass er v.a. als Stecher und Holzschneider tätig war. Wohl in Zusammenhang mit dem Tod seines berühmten Bruders Martin S. gab er schon 1491 sein Bürgerrecht auf und kehrte nach Colmar zurück.