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Hessing, Johann Friedrich von

* 19.6.1838 Schönbronn (Schillingsfürst), † 16.3.1918 [A.-] Göggingen, Orthopäde. 13. Kind eines armen Handwerkers, wurde nach abgebrochener Gärtnerlehre Schreiner und Orgelbauer. Vermutlich 1862 Gehilfe des A.er Klavierfabrikanten M. Schramm; 1866 Gewerbeerlaubnis als Orgelbauer. Durch wachsende Anerkennung und Unterstützung, u.a. durch Bgm. L. Fischer und Fürst Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst, gelang es ihm, die seit seiner Jugendzeit betriebene orthopädische Beschäftigung auch beruflich zu verwirklichen und in A. im Okt. 1868 eine orthopädische Heilanstalt zu gründen, die er 1869 nach Göggingen verlegte, wo er ihr zu Weltruhm verhalf. Trotz Angriffen von seiten der Schulmedizin setzte er sich u.a. auf dem Berliner Chirurgenkongreß 1874 und beim 10. Internationalen Medizinischen Kongreß 1890 durch. Zu seinen bekanntesten Patienten gehörten der Leibarzt des russischen Zaren und die dt. Kaiserin Auguste Viktoria. Errichtete 1875-1879 eine Kuranstalt in Bad Reichenhall und pachtete 1899 die Staatsbäder Bad Kissingen und Bad Bocklet. 1903 Eröffnung einer Kuranlage bei Rothenburg/Tauber. 1904 Hofrat. 1913 bayerischer Personaladel. Seine wichtigsten Erfindungen: Schienenhülsenapparat, Hüftbügelkorsett (H.-Korsett) und ein spezieller Leimverband.

Hessing'sche Orthopädische Kliniken (Hessingstraße 17)
Nach Niederlassung J. F. Hessings 1869 in Göggingen 1870-1890 Ankauf zahlreicher Grundstücke, auf denen ausgedehnte Anstaltsgebäude und Parks entstanden. 1886 Kurhaustheater, 1893-1895 Werkstätten und Ökonomiegebäude, 1906 Anstaltskirche St. Johannes. 1918 wurde das gesamte Vermögen in die Hessing-Stiftung eingebracht, die seitdem Träger der Kliniken ist und von der Stadt A. verwaltet wird. 1965 Spastikerzentrum, jetzt BBZ. Auf mehrfache Um- und Neubauten 1954/55 und 1959/62 (Mitteltrakt) folgten 1980-1985 der Umbau der Orthopädischen Fachklinik und der Neubau eines Zentrums für Orthopädische Rheumatologie und Rehabilitation (20 Betten). Im Okt. 1995 Bezug eines neuen Verwaltungsgebäudes, im Juni 1997 der Geriatrischen Rehabilitationsklinik mit 100 stationären und 20 tagesklinischen Betten. 1997 über 6000 Patienten.