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Bernauer, Agnes

* um 1410 wohl A., † 12.10.1435 Straubing. Eine der populärsten Frauengestalten der bayerischen Geschichte. Geburtsort, -datum und soziale Herkunft sind nicht exakt zu bestimmen; der Hinweis, sie hätte in der A.er Badstube ihres Vaters gearbeitet, ist nicht zu belegen. Aventins Angabe (Bairische Chronik, 1566), die Badstube hätte zwischen den Schlachten am Roten Tor gelegen, ist nicht stichhaltig. Feststeht, daß Herzog Albrecht III. von Bayern-München sie bei einem Turnier in A. kennenlernte und gegen den Widerstand seiner Familie heiratete. Das Paar hatte eine Tochter und einen Sohn (Albert, † 1508) und lebte in Vohburg und Straubing. Nachdem man Albrecht unter einem Vorwand weggelockt hatte, ließ sein Vater, Herzog Ernst, sie am 12.10.1435 in der Donau bei Straubing ertränken. Bes. in der Unterschicht rief ihr gewaltsamer Tod, dessen Art und Weise auch symbolische Bedeutung hatte (Hexentod), anhaltende Anteilnahme hervor. 1436 schloß Albrecht eine standesgemäße Ehe, Herzog Ernst stiftete eine Sühnemesse in St. Peter in Straubing (dort Epitaph der A.B.). Seit dem späteren 18. Jh. erinnerte man sich wieder der Geschichte der B.in. Der Stoff wurde Gegenstand „erhabener“ Dichtung (u.a. F. Hebbel). Die wohl eindrucksvollste Aneignung lieferte Carl Orff mit seinem bairischen Stück „Die B.in“ (1942), das er posthum (1946) dem Andenken Kurt Hubers (Weiße Rose) widmete.