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Themenabend am 10. November 2010

Mittwoch, 10. November 2010, 19.30 Uhr

Stadtarchiv Augsburg, Fuggerstraße 12, 86150 Augsburg

Sprachgeschichte „von unten“

Die Stimme der einfachen Leute in den frühneuzeitlichen Beständen des Stadtarchivs Augsburg

Helmut Graser

Schmähschriften, Schandlieder, Bestätigungsschreiben von Patientinnen, Erlaubnisscheine zum Besuch der umliegenden Dörfer (sog. „Zechzettel“), Anträge auf Gewährung des Judengeleits – solche und andere bisher kaum beachtete schriftliche Zeugnisse aus dem 16. und 17. Jahrhundert erlauben einen ganz neuartigen Blick auf das Alltagsleben im frühneuzeitlichen Augsburg. Sie wurden nicht von professionellen Kanzleischreibern und Angehörigen der Oberschicht geschrieben, sondern von einfachen Leuten unterschiedlichsten Bildungsstandes. Berichtet wird über ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das von der amerikanischen Sozialhistorikerin B. Ann Tlusty und dem Augsburger Sprachwissenschaftler Helmut Graser gemeinsam durchgeführt wird. Die Ergebnisse werden in der Stadtarchiv-Schriftenreihe „Abhandlungen zur Geschichte der Stadt Augsburg“ publiziert werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, welcher Stellenwert dem geschriebenen Wort in der reichsstädtischen Gesellschaft zukam, in der eine zumindest rudimentäre Lese- und Schreibfähigkeit bereits erstaunlich weit verbreitet war.

Dr. Helmut Graser, Akademischer Direktor i. R. am Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur der Universität Augsburg, beschäftigt sich mit der Geschichte der deutschen Sprache und hat zahlreiche Veröffentlichungen, insbesondere zum Frühneuhochdeutschen, vorgelegt.

B. Ann Tlusty PhD, Professor of History, Bucknell University, Lewisburg, Pennsylvania, USA, ist Autorin des Buches “Bacchus und die bürgerliche Ordnung. Die Kultur des Trinkens im frühneuzeitlichen Augsburg“(Augsburg, 2005). Ihr neues Buch über Waffenrecht und Waffenp?  icht in der Frühen Neuzeit steht kurz vor dem Erscheinen.

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